Bericht von der Fachtagung des Saarpfalz Kreises

„Keine einfache Aufgabe“- vom Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen

Am 7.10.13 besuchten einige Schüler der AG 'Schule ohne Rassismus' zusammen mit ihrem AG-Leiter Herrn Axel Schmitt die Fachtagung des Saarpfalz Kreises „Keine einfache Aufgabe“, bei der es um den Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen ging.

Zuerst sprach Prof. Dr. Albert Scherr von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Er erklärte, dass Rechtsextremismus (REX) selbstverständlich kein reines Jugendproblem sei, es aber dennoch vielfältige, jugendspezifische Erscheinungsformen gebe. Damit Jugendliche gar nicht erst in Versuchung geraten, sich in größeren Gruppen zusammenzufinden, die auch mit Gewalt gegen Ausländer vorgehen, sieht er Lösungsansätze besonders in der frühen Aufklärung. Dafür brauche man attraktive Jugendzentren und Jugendverbände mit mehr qualifizierten Fachkräften und Jugendarbeitern vor Ort als Ansprechpartner.

Im Vortrag von Uwe Albert und Jörn Didas vom Adolf-Bender-Zentrum wurden wir anhand von Videos über typische Musikstile und Kleidung informiert. Als großes Problem wurde insbesondere der schnelle Zugriff auf Mobilisierungsvideos, Hassgesänge und ähnliche Materialien dargestellt. Meinungen werden dabei ohne zu hinterfragen übernommen. Um Gegenposition zu beziehen, muss jedoch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Thematik erfolgen, die wiederum fundiertes Wissen voraussetzt.

Nach einer kurzen Pause folgte der Vortrag von Frank Dietz, der von seiner Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen in Rheinland Pfalz berichtete. Er arbeitet vor Ort zusammen mit einer Elterninitiative und bietet ein Ausstiegsprogramm für junge Menschen zwischen 14-25 Jahren an, mit denen er gute Erfolge erzielt. Aus seiner Erfahrung konnte er vielfältige Gründe aufzeigen, warum sich Jugendliche rechtsextrem verhalten und in dieser Szene landen. Einmal mehr wurde ersichtlich, dass es Menschen bedarf, die sich mit dem einzelnen Jugendlichen unterhalten, sie nicht verteufeln und ihnen kompetenter und zuverlässiger Gesprächspartner sind, die sie ernstnehmen, aber standhaft in der Thematik zu argumentieren wissen.

Im letzten Vortrag wurde ein weiteres Projekt vorgestellt: Diversity Works von Jürgen Schlichter. Hierbei geht es um ein Projekt, in dem Menschen lernen sollen, das Zusammenleben einfacher zu gestalten. Er bemängelte vor allem die Feindlichkeit gegenüber Menschen mit Behinderungen oder Menschen mit Migrationshintergrund. Auch die Frage, ab wann man rassistisch ist, beschäftigte ihn sehr.

Abschließend zu sagen ist, dass es eine gelungene Fachtagung war, die sehr interessant gestaltet war. Sie bereicherte uns mit neuem Wissen und gab auch ein paar wichtige Denkanstöße für die Zukunft.

Viola Pfeiffer